Interview mit Marion von pfotenbuddies

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Viele Hundebesitzer haben jetzt durch Urlaub, Ferien oder die Arbeit im Homeoffice viel mehr Zeit für ihre Hunde. Eigentlich eine gute Gelegenheit mit dem Hund zu arbeiten und ihn zu trainieren. Doch leider sind auch Hundeschulen von Covid-19 betroffen und dürfen kein Gruppentraining anbieten. Um trotzdem den Kunden zur Seite stehen zu können, hat sich Marion von pfotenbuddies dazu entschlossen Onlinekurse anzubieten.

Liebe Marion, bitte stell dich doch einmal kurz vor:

Hallo liebes Wilder-Hund Team, mein Name ist Marion, ich komme aus Graswang, ich lebe dort mit meinem Mann und meinen beiden Hunden Kobe (der liebevoll, verrückte Aussie) und Mika (das süße, meinungsstabile Malamutmädl). Ich bin ausgebildete und geprüfte Hundetrainerin und betreibe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen meine mobile Hundeschule „pfotenbuddies“. Neben den eigentlichen Erziehungsthemen vom Welpen bis hin zum ausgewachsenen Hund, liegt meine Leidenschaft dem Zughundesport zugrunde. Diesen betreiben wir auch privat und deshalb habe ich mich in diesem Bereich weitergebildet und die Ausbildung zum Zughundetrainer absolviert. Neben Canicross, Dogtrekking, Bikejöring nutzen wir auch im Winter den Kickspark und genießen die Zeit mit unseren Hunden

Du bist ausgebildete Hundetrainerin, Trainerin für Zughundesport und Inhaberin von pfotenbuddies. Was hat sich durch Covid-19 in deinem beruflichen Alltag verändert?

Derzeit steht mein beruflicher Alltag etwas „Kopf“, da keine Gruppenstunden mehr möglich sind. Einzeltraining wäre zwar auf einem Abstand von 1,5 Metern erlaubt aber ich weiss genau wie mein Job ist und mit welcher Leidenschaft ich diesen ausübe und da wären die 1.5 Meter mal schnell unterschritten. Also habe ich mich entschieden, mit guten Beispiel voran zu gehen und nach dem Motto „stay at home“ zu arbeiten. Ich habe einen neuen Kurs ausgearbeitet „on the Lein“e“ in diesem Kurs können die Teilnehmer viele tolle Trainingsübungen direkt von Zuhause aus trainieren, stehen mit mir ständig in Kontakt und haben somit eine „quasi“ Rund um die Uhr Betreuung.

Wir verfolgen deine Posts auf Instagram und Facebook. Du gibst gerade richtig Vollgas mit lehrreichen Videos. Siehst du deine Zukunft vielleicht eher im Online Training oder ist das der Situation geschuldet?

Vielen Dank, ja wir haben tatsächlich so einige Videos in den Kasten gebracht und somit habe ich unzählige Übungen die ich im Onlinetraining vorstellen kann und anhand dieser Videos haben meine Teams die Möglichkeit jede Übung exakt, vom Bildschirm aus, Zuhause nach zu trainieren. Natürlich stelle ich diese Videos, meinen Kunden nach unserem Treffen auf dem virtuellen Hundeplatz zur Verfügung, damit sie in ihrem Training sicher sind. Mir fehlen meine Teams und der persönliche Kontakt zu ihnen sehr! Deshalb habe ich mich mit unter für diesen Beruf entschieden. Die Nähe zu meinen Teams, der Berater in Situationen in denen es vielleicht auch mal schwierig sein kann, manchmal auch eine Art Seelentröster und ganz wichtig, dass gemeinsame Lachen! Aber ja, ich kann mir vorstellen, später hin und wieder mein Training auch online anzubieten. Für Teams die beispielsweise nur im Urlaub hier sind im schönen Oberland und eine Woche mit mir intensiv arbeiten wollen, diese Teams kann ich später ganz entspannt von Zuhause weiter betreuen. Natürlich wäre ein Onlinetraining auch eine Option für Teams, die sich schwer tun im Kontakt mit Artgenossen und solche Situationen eher meiden, aber trotzdem trainieren wollen um sich auf Begegnungen mit Artgenossen gut vor zu bereiten. Oder für Eltern die eigentlich erst nachdem ihre Kinder im Bett sind, Zeit für ein Training haben. Online macht so einiges möglich. 

Du lebst zusammen mit deinem Mann und den Hunden Kobe und Mika in Ettal, einem eher ruhigen Eck. Bekommst du von der aktuellen Ausgangsbeschränkung was mit, oder scheint der Alltag auf dem Land noch normal abzulaufen?

Wir merken auch in unserem ruhigen Eck eine Veränderung. Keine Kinder die mit dem Rad unterwegs sind und ihre freie Zeit genießen, viel weniger Touristen die ihre Bergtouren starten. Jedoch können wir uns mehr als glücklich schätzen, hier zu leben. Dank eines Gartens und der Natur direkt vor der Haustür, erscheint für uns die Ausgangsbeschränkung bestimmt weniger einschränkend als für andere, die in einer Stadt leben und evtl. nur einen Balkon zur Verfügung haben.

Sicher wird die Zukunft durch die Corona Krise unseren Alltag verändern. Was würdest du dir selber wünschen, was die Menschheit daraus lernen soll?

Rücksichtnahme, Respekt und Anstand gegenüber anderen. In meinem Job und auch als Hundehalterin, erlebe ich sehr häufig das Überschreiten von Individualgrenzen und ich finde das sehr schade. Der Egoismus der manchmal herrscht macht mich traurig. Deshalb würde ich mir wünschen, dass die Menschheit mehr Rücksichtnahme und weniger Egoismus an den Tag legt und das aus dieser Situation mitnehmen können.

Bist du der Meinung, dass der Hund in dieser Zeit einen noch wichtigen Beitrag als Sozialpartner leistet?

Allerdings! Viele haben plötzlich mehr Zeit mit ihren Hunden, manche leben vielleicht auch alleine mit ihrem Hund und sind sehr froh, dass ihre Fellkugel da ist. Jedoch muss man auch bedenken, dass unsere Hunde mit dieser Situation evtl. überfordert sind. Weniger Ruhephasen, die Familie ist evtl. komplett daheim. Kinder sind nicht halbtags in der Schule, der Mann ist im Homeoffice. Dies sind ungewohnte Abläufe für unsere Hunde. Viele Hunde kommen nicht mehr zur gewohnten Ruhe oder sie gewöhnen sich so sehr daran, dass die Menschen da sind und haben nach dieser Zeit evtl. ein Problem mit der dann plötzlichen Trennung von ihren Sozialpartnern. 

Wie findest du gerade jetzt Entspannung, und wie bringst du dich auf andere Gedanken?

Da ich die Tage noch ziemlich eingespannt war mit Videos drehen und der gesamten Onlineumstellung, war ich ziemlich abgelenkt. Allerdings versuche ich auch, meine Zeit mit meinen beiden Hunden zu nutzen. Wir stehen derzeit gut im Training, allein durch die Videodrehs und haben Spaß dabei. Auch Hundetrainerhunde haben Lust auf Training bzw. schadet es auch nicht. Was mich aber immer entspannt und auf andere Gedanken bringt, sind die gemeinsamen Aktivitäten mit unseren Hunden. Wir gehen derzeit viel bewusster Gassi, bauen hier viele tolle Auslastungsspiele ein oder legen die eine oder andere Runde Bikejöring ein. Kopf frei, dann ist wieder Platz für neue Ideen und Energie.

Ich bedanke mich beim Team von Wilder Hund für dieses Interview. Ich freue mich auf unsere, gemeinsamen Workshops und auf ein hoffentlich baldiges, gesundes Wiedersehen. Bleibt gesund und bis bald, eure Marion

Wir uns auch Marion! Die vielen Ideen die wir gemeinsam entwickelt haben gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Vielen Dank für das Interview

Wer Kontakt zu Marion aufnehmen möchte, gelangt über diesen Link auf ihre Seite.

Fotos Quelle: Marion Wertheim

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