Begegnungen mit Kühen: Regeln für Hunde und ihre Halter

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Wenn Hund und Kuh auf einer Weide aufeinandertreffen, kann es durchaus gefährlich werden. Um das zu vermeiden haben wir ein paar Tipps und einfache Regeln für euch.

Begegnungen mit Kühen: Regeln für Hunde und ihre Halter

Die Berge sind besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Ausgedehnte Touren dienen der Entspannung und machen viel Spaß. Von Ende Mai bis September treffen wir dabei häufig auf Weidetiere, wie Kühe, Ziegen und Schafe. Die Tiere befinden sich oft auf weitläufig eingezäunten Almen, die wir als Wanderer mit unseren Hunden durchqueren müssen. Wir sind aber nicht die einzigen. Mountainbiker, Trailrunner, Wandergruppen und so weiter laufen durch die "Wohnung" der Weidetiere. Dadurch kann sich eine Kuhherde gestört fühlen und reagieren im besten Fall nur schlecht gelaunt. Gerade Wanderer mit Hund werden häufiger von Rindern angegriffen als Menschen ohne Hund.

Was macht Hunde so bedrohlich für Rinder?

Auf den Almen treffen wir oft auf unterschiedliche Kuhherden. Da gibt es die Gruppen der "halbstarken" Jungtiere. Die Kälber verfolgen einen neugierig und stupsen einen an. Die zweite Gruppe sind Milchkühe, die den regelmäßigen Kontakt zu Menschen kennen und daher oft entspannter sind. Die dritte Gruppe ist die der Mütter und ihren Jungtieren. Bei dieser Gruppe ist die Idylle der Alm mit den friedlich grasenden Rindern schnell gestört, wenn ein Hund die Almwiese betritt. Ein Hund ist nun mal ein Raubtier und bedeutet für eine Herde Gefahr. Wenn es hier zu Angriffen von Kühen kommt, ist in der Regel der Mensch daran schuld. Nicht die Kuh. Der Mensch hat die Situation falsch eingeschätzt, ist den Kälbern zu nah gekommen und hat sie wohlmöglich noch gestreichelt, weil sie so süß aussehen und so flauschig sind. Oder aber der Besitzer hat seinen Hund, weil er ja "nichts tut", frei zwischen den Kühen laufen lassen, die Herde dadurch gestört und sich und seinen Vierbeiner unnötig in Gefahr gebracht. 

Jungtiere sind neugierig und übermütig

Kuhherden aus weiblichen Kühen, die regelmäßig gemolken werden, sind den Kontakt zu Menschen gewöhnt. Was aber nicht heisst, dass sie nicht angreifen würden, wenn sie sich bedroht oder gestört fühlen.

Mutterkuhherden mit ihren Kälbern sind mit Vorsicht zu genießen. Die Jungtiere sind zwar neugierig, aber die Mütter haben ein wachsames Auge auf ihre Babys und verstehen keinen Spaß.

Warnsignale einer Kuh richtig einschätzen

Wenn die ca. 800 kg erst mal in Wallung kommen, kann es gefährlich für dich und deinen Vierbeiner werden. Jedes Jahr kommt es leider zu tödlichen Unfällen bei einer Begegnung mit einer Kuh. Daher ist es wichtig, die Körpersprache und Warnsignale von einem Rind richtig einzuschätzen. Wenn eine Kuh der Auffassung ist, dass du oder dein Hund eine Bedrohung darstellst, äußerst sich das in drei Stufen.

1. Eine oder mehrere Rinder aus der Herde fixieren dich oder deinen Hund. Ihr werdet nicht mehr aus den Augen gelassen. Wenn du das bemerkst, gehe ruhig und ohne Hektik weiter und versuche Abstand zu den Kühen zu bekommen und das Endes der Weide zu erreichen. 

2. Kühe beginnen den Kopf zu heben und zu senken. Dabei gehen die Tiere meist in die Knie und schnauben. Einzelne Tiere aus der Herde machen ein paar Schritte in deine Richtung. Auch hier: Ruhe bewahren. Behalte die Tiere im Auge und gehe notfalls rückwärts weiter. 

3. Kühe rennen im hohen Tempo auf dich zu.  Da Kühe es trotz ihres Gewichtes auf ca. 40 km/h bringen können und sich auf der Weide bestens auskennen, habt ihr keine Chance davonzulaufen. Wenn möglich suche Schutz hinter Bäumen oder Hecken. Wenn das nicht möglich ist, breite die Arme weit aus, mach dich groß und bleibe stehen. Die letzte Möglichkeit, die du jetzt noch hast, ist mit einem Stock gezielt auf die Nase des Rindes zu schlagen. Das gilt aber wirklich nur als letzte Möglichkeit.

Wie verhältst du dich richtig?

Grundsätzlich solltest du mit deinem Hund der Kuhherde nicht zu nah kommen. Schaue präventiv nach einer Ausweichmöglichkeit, auch wenn diese unbequemer ist. Plane deine Tour um oder verzichte auf den Blick vom Gipfel, wenn die Tiere sich genau dort befinden. Denn selbst wenn du dich mit deinem Hund richtig verhältst, kann es durchaus sein, dass bereits vor dir ein Hund, ein Wanderer oder Mountainbiker die Herde aufgescheucht hat und die Tiere dementsprechend gereizt und gestresst sind. Kühe sind nämlich äußerst stressempfindlich. Sie benötigen ungefähr eine halbe Stunde, um sich wieder zu beruhigen. Wenn dein Hund keine Kühe kennt und er mit Unbehagen reagiert, führe ihn angeleint mit Leckerlis in der Hand zügig vorbei. Bleibe bitte nicht stehen. Dein Hund kann sich außerhalb des Weidezauns und mit genügend Abstand die Kühe immer noch in Ruhe betrachten.

Hund an- oder ableinen?

Wie sollst du dich verhalten? Wenn du eine Alm mit deinem Hund betrittst, leine deinen Hund an und führe ihn nah bei dir. Wenn möglich auf der zur Kuh abgewandten Seite. Wenn du mit einer Gruppe unterwegs bist, nimm den Hund in die Mitte. Halte ausreichend Abstand zu der Herde. Verhaltet euch ruhig und verlast zügig die Wiese.

Wenn es zu einem Angriff durch Kühe kommen sollte oder sie auf euch zu rennen, leine deinen Hund ab. Auch wenn es schwerfällt. Der Hund nimmt mit Leichtigkeit Reißaus und kann wahrscheinlich Angriffe abwenden. Meist ist der Besitzer so aus der Gefahr, da die Rinder es auf den Hund abgesehen haben. Behalte die Tiere im Auge und verlasse zügig die Wiese. 

Durchqueren der Weidewiese

Hund anleinen und nah bei dir führen

Abstand zu Kühen halten

Hund von den Kühen fern halten

Ruhig und zügig die Weidewiese verlassen

Wenn es zum Angriff kommt

Hund ableinen und weit von sich weg schicken

Nicht rennen! Kühe sind schneller

Stehen bleiben, Arme ausbreiten

Wenn möglich Schutz suchen

Letzte Möglichkeit: mit einem Stock auf die Nase des Rindes schlagen

Unser Fazit

Planung ist einfach alles. Wähle deine Wanderroute nach Möglichkeit so, dass du gar nicht erst auf Kuhweiden triffst. So ersparst du dir, deinem Hund und auch der Herde Stress. Lässt es nicht vermeiden eine Alm zu überqueren, verhalte dich ruhig und respektvoll, denke daran viel Abstand zu den Kühen zu halten und führe deinen Vierbeiner angeleint und ruhig an ihnen vorbei. In den allermeisten Fällen grasen die Rinder unbekümmert weiter und lassen euch passieren. 

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